10 Jahre Selbstenttarnung NSU - Wir gedenken der Opfer

Heute vor 10 Jahren hat sich der Nationalsozialistische Untergrund (NSU) selbst enttarnt. Die Terrorzelle hat mindestens 9 Menschen mit Migrationsgeschichte und eine Polizistin ermordet. Ein weiteres Opfer, Atilla Özer, starb an den Spätfolgen des Anschlages auf der Kölner Keuptstraße. Darüber hinaus verübte der NSU 43 versuchte Morde, 3 Sprengstoffanschläge und 15 Raubüberfälle.

Am 4. November 2011 wurde zur Gewissheit, was viele Angehörige schon lange vermutet und geäußert hatten: Die Morde und Anschläge hatten einen rechtsextremen Hintergrund.

Im Zuge der nun folgenden Ermittlungen wurde offenbar, dass der NSU auf ein weitverzweigtes Netzwerk zurückgreifen konnte. Das NSU-Umfeld wird auf 100 bis 200 Personen geschätzt, darunter auch V-Leute.

Das Agieren der deutschen Sicherheitsbehörden im NSU-Komplex führten zu einer intensiven Aufarbeitung durch NSU-Untersuchungsausschüsse, sowohl im Bundestag als auch in acht Landtagen.

Im Mai 2013 begann zudem mit dem sogenannten NSU-Prozess gegen Beate Zschäpe und vier mutmaßliche Gehilfen die juristische Aufarbeitung der Terroranschläge. Zschäpe wurde zu lebenslanger Haft verurteilt; die vier NSU-Helfer wurden ebenfalls mit Freiheitsstrafen belegt.

Sowohl die Untersuchungsausschüsse als auch der NSU-Prozess ergaben keine lückenlose Aufklärung, weshalb für die Opfer, Angehörigen und Öffentlichkeit noch viele Fragen unbeantwortet sind.


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